Effekte der HBO auf das Immunsystem und auf Bakterien
Naturgemäß bilden Anaerobierinfektionen oder Infektionen mit anaerob-aerober Mischflora eine Indikation für die HBO-Therapie, da eine direkte bakterizide Wirkung gegenüber anaeroben Erregern erzielt wird.
Die bakterizide Wirkung gegenüber gasbildenden Clostridien (Clostridium perfringens u.a.) ist gut belegt. Darüber hinaus wird die Produktion des von diesen Erregern gebildeten a-Toxins durch die HBO-Therapie unterdrückt.
Neben der beschriebenen bakteriziden Wirkung ist eine bakteriostatische Wirkung gegenüber Escherichia Coli-, Staphylokokken- und Pseudomonasstämmen bekannt. Eine indirekte Wirkung findet sich auch bei Aerobierinfektionen, da die Phagozytosetätigkeit von Granulozyten sauerstoffabhängig und daher in hypoxischen Geweben vermindert ist.
Durch eine suffiziente Re-Oxygenierung wird diese Phagozytose durch Granulozyten angeregt und eine effektivere Infektabwehr bzw. –sanierung erzielt. Zusätzlich ist hyperbarer Sauerstoff in der Lage, die Wirkung von Antibiotika auf Mikroorganismen zu verstärken.
Eine immunmodulierte Wirkung von hyperbarem Sauerstoff wird aus der Erkenntnis postuliert, daß durch erhöhte Sauerstoffpartialdrücke sowohl die Funktion als auch die Anzahl von Leukozyten verändert werden. Ein nachgewiesener Effekt auf mononukleäre Antikörper kann als Erklärungsansatz für positive Effekte der HBO-Therapie bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen.