top
  Im Gewerbepark A 45
93059 Regensburg

Tel. +49 (0)941 / 46614 - 0  
Fax +49 (0)941 / 46614 - 22
info@hbo-regensburg.de
NEWS
NEWS
Menu
Home Home
Serviceleistungen Serviceleistungen
für Patienten für Patienten
Infos HBO-Therapie Infos HBO-Therapie
Ablauf der Therapie Ablauf der Therapie
für Taucher für Taucher
Tauchtauglichkeit Tauchtauglichkeit
30 Meter 30 Meter
Angebot Angebot
Anmeldung Anmeldung
Notfall Notfall
für Ärzte für Ärzte
HBO-Therapie HBO-Therapie
Tauchunfall Tauchunfall
Gasbrand Gasbrand
Problemwunden Problemwunden
Crush-Verletzung Crush-Verletzung
Tinnitus Tinnitus
Rauchgas Rauchgas
Physik-Physiologie Physik-Physiologie
Therapiestandards Therapiestandards
Literatur Literatur
24h Notfall 24h Notfall
Tauchtauglichkeit Tauchtauglichkeit
AUS- u. FORTBILDUNG AUS- u. FORTBILDUNG
Termine Termine
Anfrage Lehrgänge Anfrage Lehrgänge
Referenten Lehrgänge Referenten Lehrgänge
ANMELDUNG LEHRGÄNGE ANMELDUNG LEHRGÄNGE
WORKSHOP Red Sea WORKSHOP Red Sea
Team Team
Forschung und Lehre Forschung und Lehre
Mediathek Mediathek
Pressemitteilungen Pressemitteilungen
FAQ FAQ
Literatur Literatur
Fachbücher Fachbücher
Info-Flyer Info-Flyer
Downloads Downloads
für Ärzte für Ärzte
für Patienten für Patienten
für Taucher für Taucher
Links Links
Medizinische Links Medizinische Links
Sonstige Links Sonstige Links
24h Notfall 24h Notfall
Bildergalerie Bildergalerie
Kalender Kalender
JOB-ANGEBOT JOB-ANGEBOT

FAQ - FREQUENTLY ASKED QUESTIONS

1) Was ist hyperbare Sauerstofftherapie?

2) Eine neue Therapieform?

3) Was passiert bei der HBO-Therapie?

4) Wie kommt der Sauerstoff ins Blut?

5) Was bewirkt die HBO-Therapie im Körper?

6) Bei welchen Erkrankungen hilft die HBO-Therapie?

7) Sind die Wirkungen der HBO-Therapie auch durch
    andere Behandlungsformen erreichbar?

8) Wie lange dauert die Therapie?
  9) Muss bei einer HBO eine stationäre Aufnahme
      erfolgen?

10) Bin ich als Patient alleine in der Druckkammer?

11) Kann ich während einer Behandlung aus der
      Druckkammer heraus?

12) Hat die HBO-Therapie Nebenwirkungen?

13) Welche Sicherheitsstandards sollte die
      Therapieeinrichtung bieten?

14) Welche Untersuchungen müssen vor der ersten
      HBO durchgeführt werden?

15) Wer bezahlt die Behandlung?


Was ist hyperbare Sauerstofftherapie - HBO?

HBO bedeutet "Hyperbare Oxygenation" und ist die in der Medizin übliche Abkürzung für diese Therapieform. Das Wort "hyperbar" ist eine aus dem Griechischen stammende Wortzusammensetzung. Frei übersetzt bedeutet es "Überdruck".Bei der Behandlung wird der eingeatmete Sauerstoff in einer Überdruckumgebung, im Blut und in den Geweben physikalisch gelöst und damit um ein Vielfaches erhöht.

nach oben

 

Eine neue Therapieform?

Der Einsatz von Überdruck ist im Bereich der Taucherei uralt. Schon vor mehreren hundert Jahren setzte man Taucherglocken, in denen beim Tauchen ein Überdruck herrschte, bei Schiffsbergungen ein.

Im 19. Jahrhundert wurde die Druckkammertherapie erstmals zur Behandlung von Taucherunfällen eingesetzt. Um 1834 erfolgte die erste Behandlung bei einem Luftdruck von 3 Atmosphären in einer Druckkammer. Die Überdrucktherapie wurde für die Taucher ständig verbessert, spätestens seit 1907 wurde zur Atmung in der Druckkammer reiner Sauerstoff eingesetzt.

Die moderne Sauerstoff-Überdruckbehandlung (HBO) hat ihren Ursprung in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts in Holland. Hier setzten Chirurgen die HBO-Therapie bei Operationen am offenen Herzen ein. Dank der schnellen Entwicklung der Herz-Lungen-Maschinen wurde die HBO bei solchen Operationen mit der Zeit überflüssig. Inzwischen bemerkte man aber eine Vielzahl anderer positiver Wirkungen auf den menschlichen Organismus und intensivierte hier die medizinische Forschung.

nach oben

 

Was passiert bei der HBO-Therapie?

Der Patient atmet während der Behandlung 100 % medizinisch reinen Sauerstoff - bei einem Umgebungs-Druck, der über dem normalen Luftdruck liegt. Dazu muß sich der Patient in einem druckfesten Raum aufhalten.

In einer sogenannten Druckkammer wird der umgebende Luftdruck je nach Erkrankung um 0,5 bis 2 Atmosphären erhöht - die einströmende Luft läßt nach und nach den Druck in der Kammer steigen. Der Sauerstoff wird von dem Patienten für einen festgelegten Zeitraum über eine Atemmaske geatmet, die Mund und Nase umschließt.

Um die sichere Durchführung einer Behandlung zu gewährleisten, sind die technisch sehr aufwendigen Druckkammern heute mit einem umfangreichen Patienten-Überwachungssystem ausgestattet; das betreuende Personal wird durch besondere Ausbildung und Schulung auf seine Arbeit mit den Patienten vorbereitet. Das betreuende ärztliche und medizinische Personal hat zusätzlich eine spezielle Ausbildung durchlaufen und erfährt eine kontinuierliche Fortbildung.

nach oben

 

Wie kommt der Sauerstoff ins Blut?

Der in der Druckkammer bei Überdruck eingeatmete Sauerstoff wird in der Lunge vom Blut aufgenommen. Da die roten Blutkörperchen - das eigentliche Transportmittel für den Sauerstoff - schon bei normaler Luftatmung nahezu vollständig mit Sauerstoff beladen sind, können sie kaum mehr aufnehmen. Der zusätzliche Sauerstoff muß anders zu den Körperzellen transportiert werden:

Durch den erhöhten Umgebungs-Druck wird der Sauerstoff auch frei im Blut gelöst, also ohne Bindung an die roten Blutkörperchen. Man kann diesen Vorgang mit der unter Druck im Sekt gelösten Kohlensäure vergleichen. Nach dem Öffnen der Sektflasche perlt die Kohlensäure aus, da bei atmosphärischem Luftdruck nur sehr wenig Kohlensäure im Sekt gelöst werden kann.

Durch den Druck kann das Blut bei der HBO-Therapie also ein Vielfaches an Sauerstoff transportieren. Dadurch werden auch jene Körpergewebe ausreichend versorgt, die wegen ihrer Lage am Endpunkt der Körperdurchblutung normalerweise nur sehr wenig Sauerstoff erhalten. Dieser Effekt ist nur mit der Atmung von Sauerstoff in einer Druckkammer zu erreichen; die Sauerstoffatmung bei normalem Luftdruck ist im Vergleich dazu kaum wirksam.

nach oben

 

Was bewirkt die HBO-Therapie im Körper?

Während der HBO-Therapie ist die Menge des gelösten Sauerstoffs im Blut außerordentlich hoch und führt deshalb bei den Patienten zu einer Fülle von günstigen Therapieeffekten:

  • Im Vergleich zur Atmung von normaler, atmosphärischer Luft löst sich während der HBO-Therapie im Blut die ca. 20fache Menge Sauerstoff.
  • Dieser Sauerstoff kann während der HBO-Therapie um ein Vielfaches tiefer in die Gewebe eindringen, als unter Normalbedingungen. Er kann so Körperzellen erreichen und am Leben erhalten, deren Versorgung mit Sauerstoff vermindert oder bedroht ist - zum Beispiel bei Durchblutungsstörungen oder Gewebeverletzungen.
  • Spezielle Zellen für den Aufbau von neuem Bindegewebe oder Knochen benötigen zur Reparatur des Wundbereichs mehr Sauerstoff als normale Körperzellen. Kann eine Mindestmenge Sauerstoff nicht geliefert werden, z.B. weil die Blutgefäße unterbrochen, verengt oder verstopft sind, kommt es zu Wundheilungsstörungen - zum Beispiel zu "Offenen Beinen" bei Zuckerkranken. Die Zellen für den Gewebeaufbau werden durch die HBO-Therapie in den Geweben aktiviert und können ihre Aufgaben wieder optimal erfüllen - die Wunde heilt.
  • Im Rahmen der Wundheilung müssen zahlreiche kleine Blutgefäße neu gebildet werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sich zuvor neues Gewebe im Wundbereich gebildet hat, in dem die Blutgefäße wachsen können. Fehlt diese Voraussetzung, so kann die Wunde nicht heilen. Durch die verstärkte Gewebeneubildung während der HBO wird also die Neubildung von Blutgefäßen gefördert - die Wunden bleiben auch nach der HBO-Therapie verschlossen, da ihre Blut und Sauerstoffversorgung wieder hergestellt ist.
  • Die körpereigenen, keimtötenden Freßzellen, eine Sonderform der weißen Blutkörperchen, verbrauchen bei ihrer Tätigkeit sehr viel Sauerstoff. In Geweben mit schlechter Sauerstoffversorgung können sie daher nicht aktiv werden - die Wunde entzündet sich. Die HBO-Therapie führt in diesen Gebieten zu einer Normalisierung der Freßzellfunktion sowie zu einer verbesserten Keimabwehr und ermöglicht so die Wundheilung.
  • Der Sauerstoff wirkt bei einigen seltenen, sehr schweren Infektionen (wie z.B. bei Gasbrand) direkt keimtötend und ist dann das einzige Mittel, um die von den Keimen freigesetzten, tödlich wirkenden Giftstoffe zu bekämpfen.
  • Auf akute oder chronische Durchblutungsstörungen reagieren Körpergewebe mit einer Schwellung durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödem). Diese Schwellung kann umliegende Gefäße (zuführende Arterien und abführende Venen) abdrücken und so zur weiteren Verschlechterung der Durchblutung führen. Die HBO-Therapie behebt den Sauerstoffmangel das Gewebeödem kann wirkungsvoll verkleinert und begrenzt werden

nach oben

 
Bei welchen Erkrankungen hilft die HBO-Therapie?

Einige Länder, wie zum Beispiel die USA und Rußland, aber auch Japan, Frankreich und Italien verfügen über jahrzehntelange, umfangreiche Erfahrung mit der hyperbaren Oxygenationstherapie bei den verschiedensten Erkrankungen. Seit Ende der 80er Jahre kommt auch in Deutschland dieses Therapieverfahren zunehmend zum Einsatz. Die Liste der mit dieser Therapieform behandelten Erkrankungen orientiert sich hierzulande an den Leitlinien des "Europäischen Komitees für Hyperbare Medizin" (European Committee for Hyperbaric Medicine, ECHM) und der deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.).

In ihren Anweisungen finden sich Erkrankungen, bei denen nach heutigem medizinischen Wissensstand eine hyperbare Sauerstofftherapie unbedingt Anwendung finden muß. Zu diesen Erkrankungen zählen die nachfolgend aufgelisteten Indikationen der deutschen wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.), Duisburg 1996. Diese Indikationsliste basiert auf den Indikationsempfehlungen des Europäischen Komitees für Hyperbare Medizin (ECHM), Lille 1994 und des Weltverbandes Undersea and Hyperbaric Medical Society (UHMS), USA 1996.

Akzeptierte Indikationen

  • Innenohrerkrankungen
    z.B. "Hörstrurz", "Lärmtrauma" und "Knalltrauma" mit und ohne "Tinnitus" (Ohrengeräusche)
  • schlecht heilende Wunden und "offene Beine"
    z.B. bei Zuckerkrankheit und bei arterieller Durchblutungsstörung
  • Bestrahlungsnebenwirkungen mit Gewebsuntergang von Haut, Weichteilgewebe oder Knochen
  • Knochen- und Knochenmarkentzündungen (Osteitis und Osteomyelitis), wenn erfolglos behandelt
  • Haut- und Muskelverpflanzungen mit Gefahr des Gewebsuntergangs
  • Schwere Knochenbrüche mit Blutgefäß- und Gewebeverletzungen
  • Verbrennung / Verbrennungskrankheit
    z.B. im Gesichts- / Handbereich

Notfälle

  • Tauchunfall
  • Rauchgas- und Kohlenmonoxidvergiftung
  • bestimmte Weichteilgewebe-Infektionen mit Gewebsuntergang (z.B. Gasbrand-Infektion)
  • Lebensbedrohlicher Blutverlust
  • ausgedehnter und / oder tiefgehender Weichteilschaden mit drohendem Gewebeuntergang
  • bestimmte eitrige Entzündungen im Gehirn (Hirnabszesse)

Weiter gibt es einige spezielle Erkrankungen, bei denen im Rahmen medizinischer Studien zur Zeit intensiv nach den möglichen Chancen der HBO-Therapie geforscht wird:

  • Behandlung von ausgewählten Tumoren
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Netzhautarterien-Verschlüsse, Schwellungen der Netzhaut
  • Migräne und sogenannter Cluster-Kopfschmerz
  • Multiple Sklerose

nach oben

 

Sind die Wirkungen der HBO-Therapie auch durch andere Behandlungsformen erreichbar?

Ihnen vielleicht bekannte Behandlungsformen, die das Wort "Sauerstoff" im Namen führen, wie z.B. die "Sauerstoff-Mehrschrittbehandlung nach v. Ardenne" oder "Ozon-Sauerstoff-Therapien" dürfen nicht mit der HBO-Therapie verwechselt werden. Bei den oben erwähnten Notfällen kann keine dieser Therapien Wirkungen entfalten, die mit denen der HBO-Therapie zu vergleichen wären.

Auch die Atmung von reinem Sauerstoff ohne Druckkammer oder in "leichten" Druckkammern, die nicht die erforderlichen und international empfohlenen Behandlungsdrücke erreichen, kann die oben genannten HBO-Wirkungen nicht erreicht werden.

Wie das Europäische Komitee für hyperbare Medizin (ECHM) im September 1994 verbindlich festlegte, können die oben beschriebenen positiven Wirkungen der HBO-Therapie bei akuten Erkrankungen nur erreicht werden, wenn der reine Sauerstoff täglich in einer definierten Überdruck-Umgebung durchgeführt wird. Die Einhaltung der vorgegebenen Standards wird Ihnen durch nachweislich zertifizierten Druckkamerzentren gewährleistet.

In einigen älteren Druckkammern kann lediglich normale Luft unter Druck geatmet werden. Ohne die Möglichkeit der Sauerstoff-Atmung während der Therapie ist eine Druckkammer-Behandlung jedoch völlig nutzlos und wird seit langem nicht mehr empfohlen.

nach oben

 
Wie lange dauert die Therapie?

Die Gesamtdauer der Therapie ist abhängig von der Grunderkrankung und dem Heilungsverlauf.

Patienten mit Innenohrproblemen benötigen in der Regel zwischen 10 und 15 Therapieeinheiten.
Bei Wundheilungsstörungen und Knocheneiterungen können 20 bis 40, selten auch noch mehr Behandlungen nötig werden.

Die im Verband deutscher Druckkammerzentren (VDD) zusammengeschlossenen Einrichtungen halten sich hierbei an die international üblichen Verfahren. Das Behandlungsschema wird vor und währen der Therapie mit dem Patienten abgestimmt.

Eine einzelne Therapieeinheit bei Innenohrerkrankungen dauert etwa 95 Minuten, bei anderen Erkrankungen meist 135 Minuten. während dieser Zeit sitzen die Patienten in bequemen Einzelsitzen, können sich entspannen, Musik hören bzw. Zeitungen oder Bücher lesen. Durch eine spezielle Vorrichtung können selbstverständlich auch liegende Patienten behandelt werden.

nach oben

 

Muss bei der HBO eine stationäre Aufnahme erfolgen?

Ob während der Behandlung ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist oder nicht, ist von der Erkrankung des Patienten abhängig. In den allermeisten Fällen ist keine stationäre Aufnahme notwendig. Sollte der überweisende Arzt oder der zu behandelnde Patient dies wünschen, so muss sich dieser vorab bei dem betreffenden Druckkammerzentrum erkundigen.

nach oben

 

Bin ich als Patient alleine in der Druckkammer?

Moderne Therapie-Druckkammern verfügen über sechs bis dreizehn Behandlungsplätze für sitzende Patienten. Man ist also während der Behandlung nicht allein, sondern mit anderen Patienten gemeinsam in der Druckkammer. Sollte man ausnahmsweise in einer HBO-Behandlung der einzige Patient sein, so wird man während der gesamten Behandlung von medizinischem Personal in der Druckkammer begleitet.

Bei jeder ersten Druckkammer-Behandlung bleibt ein erfahrener Mitarbeiter anfangs während der ersten Behandlungsphase bei dem Patienten - und auch darüber hinaus, solange noch Unklarheiten oder Fragen bestehen. Abhängig von seiner Erkrankung und seinem Allgemeinzustand wird eine ständige medizinische Betreuung nur in Einzelfällen erforderlich sein.

Auch wenn man ohne ständige medizinische Begleitung in der Druckkammer ist, ist dies kein Grund zur Besorgnis: Bei Problemen kann der Arzt oder das Pflegepersonal jederzeit binnen ca. 70 Sekunden über die Schleuse zum Patienten in die Druckkammer kommen.

nach oben

 

Kann ich während einer Behandlung aus der Druckkammer heraus?

Auf die gleiche Weise, wie das Personal jederzeit binnen 70 Sekunden zu den Patienten in die Druckkammer gelangen kann, kann die betroffene Person die Kammer jederzeit verlassen. Bei diesem "Ausschleusen" über die Vorkammer wird man vom Personal der Druckkammer begleitet.

nach oben

 

Hat die HBO-Therapie Nebenwirkungen?

Die Atmung von reinem Sauerstoff unter Überdruckbedingungen ist vergleichbar mit der Gabe anderer, hochwirksamer Medikamente. Der Sauerstoff muß sehr genau dosiert und die Einnahme exakt überwacht werden. Bei Überdosierungen können, wie bei jedem anderen Medikament auch, Nebenwirkungen auftreten. Hierüber muß der behandelnde Arzt eines Therapiezentrums vor Beginn der Behandlung ausführlich aufklären.

Es handelt sich bei dieser Therapie nicht um eine "Frischzellenkur" oder einen "Jungbrunnen", bei dem sich alle Körperzellen regenerieren und der Patient sich erholen soll. Prinziepiell ist die HBO-Therapie, wenn sie qualifiziert angewendet wird, ein sehr risikoarmes Verfahren.

Lunge und Druckwechsel
Als größter Luftraum im menschlichen Körper muß die Lunge bei den Druckwechseln der Kammer gut belüftet sein, um die zwar unbemerkten aber doch bedeutenden Luftdruckanstiege und -abfälle in der Lunge auszugleichen. Stärker eingeschränkte Lungenfunktionswerte, so z.B. beim Asthma, müssen mit dem behandelnden Arzt auf ihre Bedeutung bei der HBO-Therapie hin eingehend besprochen werden.

Ohren und Druckwechsel
Während der etwa 15-20 Minuten dauernden langsamen Drucksteigerung zu Anfang der Therapie kommt es, ähnlich wie beim Fliegen oder beim Autofahren über Bergpässe, zu einem Druckgefühl in den Ohren. Dieses Druckgefühl muß jeder Patient selber bemerken und durch Schlucken bzw. Schneuzen bei gleichzeitigem Zuhalten der Nase, oder durch Kau- und Gähnbewegungen beseitigen können. Hilfreich sind hier Kaugummis, Bonbons oder Getränke, die Ihnen das Schlucken erleichtern. Andere Druckgefühle auf den Körper oder Änderungen bei der Atmung werden sie nicht feststellen.

Bei jedem Patienten werden vor der ersten Behandlung durch einen Arzt die Ohren kontrolliert, um zu prüfen, ob ein solcher Druckausgleich möglich ist. Zu keiner Zeit der Therapie darf der Druck auf den Ohren so stark sein, daß Schmerzen entstehen. Bei Problemen mit dem Druckausgleich einzelner Patienten kann der Druckanstieg in der Behandlungskammer sofort unterbrochen und weitergeholfen werden.

Sauerstoffnebenwirkungen
Unverträglichkeit durch das Einatmen von reinem Sauerstoff bei hohen Drücken treten nur sehr selten auf. Trotzdem sollte jeder Patient vor einer Behandlung über eventuelle Zeichen der Sauerstoffunverträglichkeit aufgeklärt sein. Diese können sich folgendermaßen äußern:

  • Innere Unruhe, Unwohlsein, Übelkeit
  • Kribbeln der Finger, der Nasenspitze oder der Lippenregion
  • Zittern der Finger oder der Lippen
  • Sehstörungen, wie z.B. Tunnelblick oder Doppelbilder
  • Hörstörungen wie Klingeln oder Glockenläuten
  • Verkrampfung der Körper-Muskulatur

Sollte ein Patient während der Therapie sich nicht wohl fühlen, oder irgendwelche für ihn nicht normalen Körperreaktionen bemerken, so sollte er zunächst die Atemmaske absetzen und sich dann über die Gegensprechanlage beim Druckkammerpersonal melden. Die geschilderten Zeichen verschwinden sehr rasch wieder von allein, länger anhaltende Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

nach oben

 

Welche Sicherheitsstandards sollte die Therapieeinrichtung bieten?

Neben erfahrenem Personal ist eine moderne Druckkammer mit einer Patientenüberwachungsanlage (Video, Möglichkeit einer EKG-Ableitung und Sauerstoffbesimmung im Körpergewebe) u.a. Voraussetzung für eine sichere Durchführung der HBO-Therapie. Eventuelle Probleme können so schon frühzeitig erkannt und behoben werden. Eine intensive Befragung durch den Arzt vor Therapiebeginn und routinemäßig durchgeführte zusätzliche Untersuchungen vor der ersten Behandlung erhöhen die Patientensicherheit noch zusätzlich. Ernsthafte Nebenwirkungen sind bei der HBO-Therapie außerordentlich selten.

Qualifiziertes Personal
Die Therapie mit hyperbarem Sauerstoff ist eine aufwendige Therapieform, zu deren Durchführung es für das medizinische Personal einer besonderen Qualifikation bedarf. Bis Ende der achtziger Jahre gab es in Deutschland nur sehr wenige solcher Therapieeinrichtungen in spezialisierten Krankenhäusern.

Um die sichere und sachgerecht Durchführung der HBO-Therapie gewährleisten zu können, schreiben die in diesem Bereich federführenden ärztlichen Fachgesellschaften, die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. und der Verband Deutscher Druckkammerzentren, einen Ausbildungsstandard für die an einer Druckkammer verantwortlich tätigen Ärzte und das medizinische Personal vor. Die Überprüfung der Qualitätssicherung wird an einem zertifizierten HBO-Zentrum jährlich durchgeführt und stellen somit nachweislich sicher, daß sowohl das ärztliche als auch das betreuende medizinische Personal, die Technik, die Abläufe als auch die Dokumentation - kurz die Einhaltung von therapeutischen und verfahrenstechnischen Standards, sowie eine standardisierte Organisationsstruktur jederzeit nachweislich erfüllt und eingehalten werden.

Modernste Technik
Wie in den meisten medizintechnischen Bereichen hat für die Druckkammertechnik in den letzten Jahren einige wesentliche Neuerungen in Sicherheit, Qualität und Komfort gegeben. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Details, wie z.B. einer Schleuse, über die der Arzt in wenigen Sekunden in der Therapiekammer sein oder ein Patient auch aus der laufenden Behandlung herausgeholt werden kann, gehören hierzu:

  • mindestens eine Möglichkeit, um den Sauerstoffdruck im Blut während der Therapie zu messen
  • mindestens eine Möglichkeit, ein EKG durchzuführen und den Blutdruck während der Therapie zu messen
  • bequeme Einzelsitzplätze in der Druckkammer statt Sitzbänken
  • gleichzeitige Videoüberwachung aller Patienten
  • zwei von einander unabhängige Gegensprechanlagen zur Kommunikation mit den Patienten
  • Sprinkleranlage in der Hauptkammer

nach oben

 

Welche Untersuchungen müssen vor der ersten HBO durchgeführt werden?

Um den Patienten keinem erhöhten Risiko auszusetzen, muß seine Eignung für diese Therapieform vor der ersten Behandlung festgestellt werden. Hierzu benötigt der untersuchende Arzt einen sorgfältig ausgefüllten und unterschriebenen Patientenfragebogen zur Krankheitsvorgeschichte. Weiterhin wird der Patient körperlich untersucht, die Lungenfunktion kontrolliert, sowie ein EKG und, falls nötig, ein Belastungs-EKG angefertigt. Ein Röntgenbild der Lunge, neueren Datums bzw. dessen schriftlicher Befund, sollte vom Patienten mitgebracht werden. Einige Vorerkrankungen machen eine Behandlung in der Kammer sehr schwierig oder schließen davon aus. Hierzu gehören*:

  • Bekannte Anfallsleiden (z.B. Epilepsie)
  • Starke Platzangst
  • Schwerwiegende Lungenerkrankungen (z.B. starkes Asthma, Lungenverletzungen)
  • Bestehende Schwangerschaft
  • Schwerwiegende Herzprobleme (alte Schrittmacher, starke Herzrythmusstörungen)
  • Entzündungen des Sehnerven

*) gilt nicht für Notfallbehandlungen

nach oben

 

Wer bezahlt die Behandlung?

Aufgrund des hohen technischen Aufwandes ist die hyperbare Sauerstofftherapie auf den ersten Blick eine kostspielige Behandlung. Verglichen jedoch mit den Kosten eines Krankenhausaufenthaltes und mit den bei vielen Erkrankungen sehr guten Erfolgsaussichten handelt es sich bei der HBO-Therapie um einen großen Gewinn für die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten. Dies haben die Krankenversicherungen in den letzten Jahren zunehmend erkannt und reagieren in aller Regel wie folgt:

Gehört die zu behandelnde Erkrankung des Patienten zu denjenigen Notfällen, bei denen eine Behandlung zum medizinischen Standard zählt, muß der Patient gar nichts tun. Die Bezahlung erfolgt im Regelfall über die Kasse, nachdem er die Privatrechnung eingereicht hat.

Wenn die Erkrankung eines Patienten zu den "empfohlenen" Anwendungsgebieten für die hyperbare Sauerstofftherapie gehört, gilt: Diese Leistungen sind zur Zeit noch nicht automatisch Kassenleistungen. Der Patient erhält entweder zunächst eine Privatrechnung der behandelnden Therapieeinrichtung, die er dann seiner Krankenkasse zur Erstattung einreichen kann. Ob und in welchem Umfang die einzelnen Kassen diese Leistungen bezahlen, ist sehr unterschiedlich. Der Patient sollte dies vor Behandlungsbeginn unbedingt prüfen. In einigen Regionen sind die Krankenkassen bezüglich dieser Therapieform noch unerfahren und der Patient muß hier auf eine Prüfung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) drängen. Diesem liegen Bundesgutachten vor, aus denen hervorgeht, bei welchen Erkrankungen und unter welchen Umständen die Therapie genehmigt werden kann und sollte.

Viele Krankenkassen tragen die Kosten für die genannten Innenohr-Erkrankungen dann, wenn die Probleme nicht länger als 4 bis 12 Wochen bestehen. Die Krankenkassen verzichten dabei in der Regel auf eine zeitraubende Einzelfallprüfung.

Häufig werden hier zusätzliche Informationen zur Krankheit und den schon unternommenen Therapieversuchen gefordert. Diese Bescheinigungen sollte der behandelnde Arzt ausstellen können. Das Personal der Druckkammer in Ihrer Nähe wird Sie hierbei sicher unterstützen und Ihnen nähere Auskünfte erteilen.

Bei zunehmender Leistungsreduktion im Gesundheitswesen werden eventuell die Diskussionen um eine Kostenübernahme der HBO-Therapie wieder zunehmen. Hier helfen ihnen fachliche Argumentationen des zuständigen Druckkammerzentrums und ein bißchen Durchsetzungsvermögen.

nach oben

Icon Druckerfreundlich
Druckoptimierte Version
ARDMediathek

Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos - immer wieder sterben Menschen, wenn das Gas bei einer defekten Heizung austritt. "Plusminus" zeigt, warum eine sofortige Behandlung in der Druckkammer Leben retten kann und die Politik gefordert ist.

ARD Mediathek - Plusminus - Thema: Kohlenmonoxidvergiftung und Behandlung in der Druckkammer

Quelle: www.ardmediathek.de
Sendung: Plusminus vom 29.02.2012 um 21:45 Uhr

seite-weiterempfehlen
lloyd
10 Jahre HBO Regensburg  - Germanischer Lloyd Certified
facebook
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail