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 : Die fremde Welt
27.07.2010 17:44 (51 x gelesen)

Die fremde Welt

Vom Weißen Hai und anderen Kindheitsträumen......!Ein Artikel von der Regensburger Stadzeitung, die ein Interview von Chefarzt Dr. med. Braumandl über tauchen führten um in der neuen Zeitschrift " Ich für mich" die Unterwasserwelt und das drumherum zu erklären...

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Bitte nicht missverstehen! Wer den „Weißen Hai“ (1975, Steven Spielberg) in jungen Jahren gesehen hat, hat sicherlich keine guten Erinnerungen daran. Doch neben den schaurigen Szenen, bot der Film auch Einblicke in eine aufregende, mysteriöse Welt; in die Unterwasserwelt. Und diese Bilder waren es, die Kinder wie Dr.med Urs Braumandl (heute Chefarzt und Sportmediziner am Institut für Überdruckmedizin) zutiefst beeindruckt haben. Vor allem Verfilmungen der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau (gestorben am 25. Juni 1997 in Paris) und Hans Heinrich Romulus Hass (geboren am 23. Januar 1919 in Wien) haben den jungen Urs stets begleitet und ihn schließlich dazu veranlasst, ebenfalls in diese völlig andere Welt einzutauchen.

Traum und Trauma
Mithilfe von Technik und Können in eine lebensbedrohliche Umgebung vorzustoßen – das war schon immer der Antrieb für Dr.med Urs Braumandl. „Es gibt ein Erlebnis, das ich nie vergessen will. Ich war damals noch Student und hatte die Möglichkeit einen Tauchgang im Blue Hole machen zu können. Das ist eine runde unterseeische Senke vor der Küste des mittelamerikanischen Staates Belize. Dort unten habe ich eine Tropfsteinformation gesehen. Die habe ich als Junge schon einmal in einem Film von Cousteau gesehen. Da unten ist ein Kindheitstraum wahr geworden.“
Sein Trauma, nämlich das vom Weißen Hai, hat der Sporttaucher, Tauchlehrer und Mediziner heute noch. Bei der Frage nach der Sorge eines Haiangriffs, kann er sich ein Schmunzeln jedoch nicht verkneifen. „Das witzige ist ja, dass ich nicht einmal schwimmen gehe. Ich hab´ einfach Angst vor den Tieren. Und wenn ich tauche, fürchte ich mich natürlich vor einem Hai. Allerdings geh´ ich nur dort unter Wasser, wo es keine Haie gibt. Also weiß ich, dass nichts passiert.“ Paradox eigentlich. Aber so ist die Psyche nun einmal…

Vernunft und Verantwortung
In der Tiefe wahrlich gefährlicher als ein imaginärer Raubfisch sind schlampig durchgeführte Tauchtauglichkeitsuntersuchungen. „Zwei Drittel aller tödlich verlaufenden Tauchunfälle sind darauf zurückzuführen. Es reicht nun mal nicht, den Blutdruck zu messen und einen Stempel auf die Untersuchungsunterlagen zu drücken. Wer heil nach unten und wieder rauf kommen will, sollte seiner selbst willen zu einem Arzt gehen, der diese Zusatzqualifikationen Taucherarzt nach GTÜM vorweisen kann. Alles andere ist lebensmüde.“ Übrigens gilt das auch für die Tauchprüfung. Ein Crash-Kurs im Urlaub bringt den fremden Anbietern zwar Geld, dem Tauchtouristen aber ein erhöhtes Risiko. Nicht selten klopft ein Patient beim Institut für Überdruckmedizin an, der nach einer Urlaubsstimmungs-Tauch-Aktion über Lähmungserscheinungen, Schwindel oder Tinnitus klagt. Um diese Beschwerden in den Griff zu bekommen, gibt es eine Druckkammer. Vereinfacht ausgedrückt, werden die Kranken darin solange mit Sauerstoff versorgt, bis der Stickstoff, der die Symptome auslöst, aus dem Körper verbannt ist. Obwohl Dr.med Braumandl sein Geld auch mit diesen Tauchunfällen verdient, wäre es ihm lieber, die Menschen würden sich besser vorbereiten und mehr Selbstverantwortung tragen wenn sie unter den Meeresspiegel blicken möchten. Denn: „Der Tauchsport, vernünftig gelernt und gewissenhaft befolgt, birgt nur eine Gefahr in sich: Er macht süchtig. Es ist einfach zu schön in dieser fremden Welt.“
Infos: www.hbo-regensburg.de

IM KASTEN:
Infos zum Tauchsport:
Prüfung: braucht Zeit (2-4 mal Theorie, Freiwasser-Tauchgänge)!
Gesundheitscheck: nur vom kompetenten Sportmediziner!
Nach Pausen: Kenntnisse im Schwimmbad auffrischen!
Zur Sicherheit: nie alleine tauchen, nie mit voller Flasche!
Maximale Tauch-Tiefe: 30 Meter, darunter wird´s gefährlich!


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